Landesweite Infokampagne für Opfer rechter Gewalt

Regelmäßig werden Menschen in Niedersachsen von rechten Gewalttätern angegriffen. Damit sie künftig schneller Hilfe finden, startet die Betroffenenberatung Niedersachsen jetzt eine große Infokampagne.

Landesweit bekommen ab sofort mehr als 40 Behörden Pakete mit mehrsprachigen Flyern und Postern – insbesondere in ukrainischer Sprache. „Inzwischen leben Tausende Menschen hier, die aus der Ukraine fliehen mussten. Auch sie werden bedroht oder sogar angegriffen“, sagt Marie Kortmann, Pressesprecherin der Betroffenenberatung.

Gewalt gegen Geflüchtete nimmt zu

Der Rassismus gegen Geflüchtete ist ein großes Problem. Das zeigen auch die Zahlen des Bundesinnenministerium: rechte Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte sind 2022 gestiegen, darunter waren auch Angriffe auf Ukrainer*innen, wie die Schüsse auf eine Unterkunft in Hannover.

Auf der Flucht aus der Ukraine erleben zudem viele BiPoC-Personen rassistische Gewalt. Sie werden an den Grenzen an der Ausreise gehindert oder sogar attackiert. „Hier angekommen, müssen sie mit weiteren Ausgrenzungen und Gewalterfahrungen rechnen“, sagt Constantin Schwarz, Sozialarbeiter der Betroffenenberatung.

Weniger Anfragen aus ländlichen Regionen

Deshalb ist es wichtig, dass die Behörden in Niedersachsen darüber informieren, dass die Betroffenenberatung Menschen hilft, die von rechts angegriffen werden. Insbesondere in den ländlichen Regionen will die Beratungsstelle bekannter werden.

„Aus den ländlichen Regionen bekommen wir deutlich weniger Anfragen von Betroffenen. Zum Beispiel in den Landkreisen Emsland, Goslar oder Uelzen. Das heißt nicht, dass es dort keine rechte Gewalt gibt, sondern vielmehr, dass die Fälle nicht bekannt werden“, so Pressesprecherin Kortmann.

Behörden sollen Kampagne unterstützen  

Die Beratungsstelle hofft deshalb, dass die Behörden die Kampagne jetzt aktiv unterstützen und die Informationen an Betroffene in den Landkreisen weiterleitet. Die Flyer sind in 13 Sprachen verfügbar. Zudem können Dolmetscher*innen in Gesprächen eingesetzt werden.

„Rechte, rassistische und antisemitische Gewalttaten sind in Niedersachsen nach wie vor an der Tagesordnung. Für Betroffene sind sie oft traumatisch. Sie brauchen schnelle und unkomplizierte Hilfe“, so Berater Constantin Schwarz.

Beratung kostenlos und parteilich

Die Betroffenenberatung hat drei Büros in Niedersachsen. Die Beratung ist landesweit möglich, kostenlos und parteilich. Das Team berät digital, telefonisch oder fährt zu den Menschen nach Hause, wenn das gewünscht ist.

Wir freuen uns über Ihre Berichterstattung! Interviewpartner*innen und Hintergrundinfos zu ihrer Region stellen wir auf Anfrage gerne zur Verfügung.

(Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Betroffene nicht immer für Interviews vermitteln können und dafür genügend Vorlaufzeit benötigen.)

Marie Kortmann
Betroffenenberatung Niedersachsen
Beratung bei rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt

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