Gewalt durch Coronaleugner*innen in Niedersachsen nimmt zu

Querderdenker

Immer mehr Menschen suchen Hilfe, weil sie von sogenannten Querdenker*innen bedroht werden. Die Mobile Beratung Niedersachsen veröffentlicht deshalb am Dienstag (01.02.2022) eine neue Broschüre dazu.

Sie fasst erstmals Strategien, Strukturen und Ideologien dieses Spektrums in ganz Niedersachsen zusammen. Darin finden Interessierte zum Beispiel Tipps, wie sie antisemitische Codes erkennen und sich vor Übergriffen schützen. Die Beiträge stammen u.a. von Journalist*innen, Wissenschaftler*innen und Beratungsstellen.

Drohmails, körperliche Angriffe, Tötungsversuche

„Regelmäßig melden sich Menschen bei uns, weil sie nicht wissen, wie sie mit Verschwörungserzählungen und Antisemitismus umgehen sollen. Häufig werden sie im Beruf oder in der Familie damit konfrontiert. Einige werden auch bedroht“, sagt Jan Krieger von der Mobilen Beratung Niedersachsen gegen Rechtsextremismus für Demokratie.

Die Betroffenenberatung Niedersachsen hilft hier und bekommt jetzt immer häufiger Anfragen. „Das reicht von Drohmails über körperliche Angriffe bis hin zu Tötungsversuchen“, sagt ein Sozialarbeiter der Betroffenenberatung. Menschen, die von Coronaleugner*innen bedroht oder angegriffen werden, können sich vom landesweiten Team beraten lassen.

Morddrohungen: Hausarzt unter Polizeischutz

Im Landkreis Osnabrück musste eine Arztpraxis nach bundesweiten Hassnachrichten und Morddrohungen unter Polizeischutz gestellt werden. In Delmenhorst versuchte eine Teilnehmerin eines „Spaziergangs“ Polizist*innen zu überfahren. „Die Gewalt kann inzwischen jede Person treffen, die auf geltende Regelungen wie die Maskenpflicht hinweist“, so der Sozialarbeiter.

An dutzenden Orten in Niedersachsen finden zurzeit fast täglich sogenannte Spaziergänge von Coronaleugner*innen statt. Die Teilnehmer*innen werden dabei immer gefährlicher: Bedrohungen und Übergriffe auf Journalist*innen, Polizist*innen oder Gegendemonstrant*innen sind an der Tagesordnung.

Broschüre informiert über Codes, Strategien und Strukturen

Die Proteste vereinen u.a. Coronaleugner*innen, Impfgegner*innen und organisierte Rechtsextreme. Ein Bindeglied sind antisemitische Bilder und Verschwörungsmythen. Das Spektrum nutzt Symbole und Erkennungszeichen, mit denen Botschaften verschlüsselt kommuniziert werden. Auch darüber informiert jetzt die neue Broschüre.

Die neue Broschüre kann ab dem 01.02.2022 online hier heruntergeladen werden.

Pressekontakt:

Jan Krieger
Mobilen Beratung Niedersachsen gegen Rechtsextremismus für Demokratie
0157 32883589
info@mbt-niedersachsen.de

Marie Kortmann
Betroffenenberatung Niedersachsen
Beratung bei rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt
0157 39397708
presse@betroffenenberatung.de

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