Hilfe für Geflüchtete aus Ukraine mit Rassismuserfahrung

(Foto: Mika Baumeister)

Inzwischen fliehen mehr als 1,5 Millionen Menschen gerade vor dem Krieg in der Ukraine. Auf der Flucht erleben viele traumatisierte Menschen jetzt auch noch rassistische Gewalt. Die Betroffenenberatung Niedersachsen verurteilt das scharf und möchte ihnen helfen.  

Es häufen sich Berichte darüber, dass BiPoC-Personen an den Grenzübergängen an der Ausreise aus der Ukraine gehindert werden. Sie werden angefeindet, können die Grenzen nicht überqueren oder dürfen nicht in Züge einsteigen. „Soweit wir wissen, betrifft das insbesondere Nichtweiße, die aufgrund ihres Aussehens massiven Rassismus erfahren“, sagt Pressesprecherin Marie Kortmann.

„Sie schützen lieber ihre Haustiere als Schwarze zu retten“

Ein Nigerianer, der in Kiew studiert hat, berichtet beispielsweise in einem TV-Interview von seiner Flucht vor den Bomben. Als er endlich im Zug saß, hätten weiße Menschen ihn aufgefordert den Zug zu verlassen. „Sie schützen lieber ihre Haustiere als Schwarze zu retten“, sagt er im Interview. „Das ist unglaublich traurig“, so der Mann weiter.

Hilfe für Geflüchtete mit Rassismuserfahrung in Niedersachsen

Die Betroffenenberatung fordert eine sichere Flucht für alle Menschen. „Den Geflüchteten, die Rassismus erfahren, gilt unsere Solidarität. Wir möchten deshalb darauf hinweisen, dass wir diesen Menschen helfen, wenn sie in Niedersachsen ankommen“, so Kortmann weiter.

Schutz für Ukrainer*innen in EU ohne Asylverfahren

Schnell und unbürokratisch sollen Geflüchtete aus der Ukraine jetzt in der EU aufgenommen werden. Darauf haben sich die Mitgliedsstaaten geeinigt. Der Schutzstatus soll zunächst für ein Jahr gelten und kann auf drei Jahre verlängert werden. Insofern werden viele traumatisierte Geflüchtete auch nach Niedersachsen kommen. Wie viele das genau sein werden, ist noch zurzeit noch unklar.

Betroffenenberatung hilft Erlebnisse zu verarbeiten

„Wir hoffen, dass die Geflüchteten, die rassistische Gewalt erlebt haben, von unserem kostenlosen Angebot erfahren“, sagt Marie Kortmann. „Wir wollen die Menschen damit nicht alleine lassen“. Unser geschultes Team hilft insbesondere bei der Bewältigung der Erlebnisse. Wenn es gewünscht ist, vermitteln wir auch an Therapeut*innen oder Ärzt*innen.

 

Pressekontakt:

Marie Kortmann
Betroffenenberatung Niedersachsen
Beratung bei rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt
Bürozeiten: montags – donnerstags, 08:30 – 13:30 Uhr
0157 39397708
presse@betroffenenberatung.de

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