Aus gegebenem Anlass: Warum auch wir X (Twitter) verlassen

Als Beratungsstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt setzen wir uns seit Jahren sowohl für Aufklärung und Solidarität, als auch und ganz besonders für die Unterstützung und den Schutz jener Betroffener ein. Als Raum für Information und als Mittel der Vernetzung und Sichtbarkeit war auch X, ehemals Twitter, eine von verschiedenen Plattformen, über die wir kommuniziert, geteilt und genetzwerkt haben.

Seit Monaten beobachten wir jedoch eine besorgniserregende Entwicklung. Rechte Hetze, Hassrede, Falschinformation und die Ablehnung von Demokratie und Vielfalt haben auf X massiv zugenommen, während der Schutz von Betroffenen stetig abgebaut wurde. Wo rechtsextreme Inhalte durch Algorithmen immer weiter Verbreitung fanden, wurden Maßnahmen zur Moderation reduziert. Auch blieben Meldungen von Accounts, auf denen menschenfeindliche Gewalt verherrlicht oder verharmlost werden, allzu oft ohne Konsequenzen. Auch die jüngsten Äußerungen und Handlungen von Betreiber Elon Musk haben uns dazu bewogen, unsere Präsenz in Sozialen Medien erneut kritisch zu hinterfragen. Eine Plattform, die sich zunehmend zu einem Sammelbecken für rechte Akteur*innen entwickelt, kann kein sicherer Ort für Betroffene sein. Unsere Arbeit aber baut auf Solidarität und Schutzräume – und X kann seit der Übernahme von Elon Musk beides nicht mehr bieten.

Für uns bedeutet das nun: Auch wir verabschieden uns von X und deaktivieren unseren Account. Für euch bedeutet das: Vieles bleibt beim Alten, denn wir sind weiterhin per Mail und Telefon, bei Instagram (@betroffenenberatung_nds) und hier auf unserer Website, aber neuerdings etwa auch auf Bluesky (@bb-nds.bsky.social) unterwegs.

Lasst uns gemeinsam wachsam bleiben und die weiteren Entwicklungen aufmerksam und kritisch beobachten. Rechte, rassistische und antisemitische Gewalt findet in digitalen genauso wie in analogen Räumen statt. Wie du dich gegen (rechte) Gewalt im Internet schützen kannst, erfährst du auch in dem Ratgeber Rechte Angriffe im Netz (SUPPORT/RAA Sachsen, Opferperspektive und ZEBRA) sowie in der Broschüre Hass im Netz des Bundesprogramms „Demokratie Leben!“.

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